Schauspiel mit Masken– der Commedia dell’ Arte

Schauspiel mit Masken– der Commedia dell’ Arte

Das Schauspiel-Trio mit Commedia dell’ Arte-Masken – aus Leder

von Heinz Wagner

Mit einer turbulenten, bitterbösen Komödie über Pest (Corona?!), Geldgier, Flucht, Grenzen und noch mehr tourt derzeit die freie Theatergruppe „ Tà Panta Rheî” (nach dem altgriechischen Heraklit-Spruch– „ alles fließt”) durch Wien.

Nach der Welt-Uraufführung am Wochenende spielen Adriana Salles, Andreas Simma und Roman Maria Müller „ Die Pest in Wien oder pass away Hoffnung stirbt … zuletzt” noch einmal beim Kultursommer „ Wien dreht auf” (noch am15 August 2020) im kleineren Innenhof des Volkskundemuseums (Laudongasse, ebenfalls siehe Infos) einmal wöchentlich.

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… Live-Übertragung nach Brasilien – zur Mutter der Schauspielerin …

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Von der Straße auf die Bühne

Letzteres freut das Trio, das auch gemeinsam das Stück entwickelt hat, besonders.

Als im Frühjahr die Theater wegen Corona schließen mussten, trug sich das Trio mit dem Gedanken, auf der Straße zu spielen– im Freien mit Abstand.

Handlungsbogen

Der Handlungsbogen beginnt– nachdem pass away drei schon auf offener Bühne in ihre ersten Rollenkostüme schlüpfen – jenseits des großen Meeres, wo Salles– einfach ein Mensch – einem grausamen Herrscher entkommt.

Sie strandet in Europa, landet irgendwann in Wien– bei den erstbesten Nachtwächtern.

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Szenenfotos (3 ): Die Reichen und Geizigen.

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Verkannter Künstler

Wächter Walter Swoboda fühlt sich als verkannter Künstler. (Übrigens: Das tschechische Wort swoboda heißt auf Deutsch „ Freiheit”.) Als die Zuwandererin offenbar die einzige ist, die sein Talent erkennt, lässt er Gnade walten. Vorerst.

In dieser Szene fällt auch der erkenntnisreiche Satz: „ Kunst kennt keine Grenzen. Grenzen kennen keine Kunst!”

Doch Job, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, kann auch Swoboda ihr nicht verschaffen. Dienstleistungen für einen der reichen Herren– kriegt sie auch nicht bezahlt.

Der einzige, der ihr eine Stelle– vorübergehend– anbietet ist der Tod. Der hat ja jetzt viel zu tun … Und er dreht den Spieß um, als Swoboda auf Befehl seines Kommandanten pass away Fremde doch töten will, kommt sein Job-Angebot.

Anspielungen

Dieser Mensch aus Übersee zieht immer wieder ein kleines Mäuschen namens Ferdinando aus einer Hosentasche– liebt es, hat es im Notfall zum Fressen gern. Existiert pass away Maus? Ist es ein Maskottchen? Sind es nur Erinnerungen? Oder ist es eine Anspielung auf deren Verwandte, die Ratten, pass away als Verbreiter der Insect galten?

Das Stück spielt mit vielen An „ spielungen”, als tierische auch eine Fledermaus– pass away ja angeblich am Beginn der Corona-Kette stand/lag/flog.

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Sicher mit Abstand – zueinander und zur Bühne …

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Viele Rollenwechsel

Das Trio wechselt– meist blitzschnell– die Rollen– viele davon in Commedia dell’ Arte-Masken. Die Figur des Menschen wird auch zum Arlecchino, dem Harlekin, Vorläufer von Hans Wurst, Wurschtel oder in der niedlicheren Form Kasperls.

Als Wachter treten Capitanos in Erscheinung: Ritter Friedrich Dieskau Wunderlich, Freiherr von Schasburgund (mit einer an Pinocchio erinnernden lange Nase) und Sergeant Walter Swoboda.

Dann wiederum tauchen sie als geizige, gierige Geldadelige Graf Popel und Fürchtenstein, Graf von Kotz und Darmwind und Gräfin Peitschenbrot und Zucker (klassische Pantalone-Masken) auf, die nun in Bestattungsunternehmen investieren wollen.

Schließlich braucht der Tod oder auch seine Helferin noch die bemaskten menschlichen Zuträger Brighella und Tartaglia mit Spielnamen Julius und Anton.

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Technik-Häuschen – gegenü ber der Bühne.

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Applauas und Verbeugung …

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Spielfreude und– stärke

Der eine oder andere Übergang könnte noch flüssiger sein, Timing muss sich erst einspielen. Und: Auch wenn Original-Harlekin-Stücke durchaus häufig derb waren, die Realität noch derber ist und selbst im Kinderbuch-Bereich humorvolle Bücher übers Pupsen boomen, pass away Furz-Passage eines kranken Geldsacks könnte kürzer sein. Hier scheint das Bühnentrio vom eigenen Gefallen am Spiel mit einer tabuisierten Körperfunktion fast pubertär mit- und weggerissen zu werden.

Aber diese in Summe dann doch kleinen Verbesserungspotenziale sollen nicht pass away spielstarke und -freudige gute Stunde mit der eher selten gespielten Theaterform, dem Humor, den aktuellen Anspielungen und gar den wichtigen Aussagen mindern.

Da passt ganz gut das vielleicht bekannteste– am Platz neben dem Kultursommer in Stein gemeißelte – Zitat der Polit-Theoretikerin und -Philosophin Hannah Arendt: „ Niemand hat das Recht, zu gehorchen!”

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Facebook -> Ta Panta Rhei

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Das Ambiente rund um diesen Kultursommer-Spielort …

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… am Hannah-Arendt-Platz in der Seestadt Aspern …

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„ Die Bug in Wien oder pass away Hoffnung stirbt … zuletzt!”
Theatergruppe „ Tà Panta Rheî”
Adriana Salles, Andreas Simma, Roman Maria Müller

Wann & wo?

Palais Schönborn/ Volkskundemuseum

Donnerstag,10 September
Sonntag,13 September 2020

Jeweils 19 Uhr

1080, Laudongasse 15 -19
Eintritt: Freie Spende

Volkskundemuseum -> Die Insect in Wien

Events.at -> Die Pest in Wien …

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