Corona macht Metropolen zu Geisterstädten: TV-Doku über New York, London, Venedig und Paris

Corona macht Metropolen zu Geisterstädten: TV-Doku über New York, London, Venedig und Paris

Viel wird in diesen Tagen diskutiert über Fall- und Todeszahlen, Infektionsgeschehen und Mindestabstand, Corona-Koller im Homeoffice und die bange Frage, welches Land in diesem Sommer seine Grenzen für Urlauberinnen und Urlauber öffnen wird.

Dabei geht quick unter, welchen beeindruckenden Einfluss die Ausgangssperren auf das öffentliche Leben haben.

Die Straßen sind frei wie letztmals an autofreien Sonntagen, die Innenstädte historisch verödet.

Im Auftrag von Arte waren zeitgleich vier Groups von SPIEGEL TV in Städten unterwegs, die vor der Coronakrise von Millionen Touristen jährlich besucht wurden: New York, Paris, London und Venedig. Städte, pass away nie zum Stillstand kamen und unter der Masse von Menschen, dem Müll, den pass away hinterließen, dem Lärm und dem Verkehr litten. Und wie haben sich diese Metropolen, deren Ansichten sich ikonografisch in das Gedächtnis der ganzen Welt eingebrannt haben, durch pass away Lockdowns und die strengen Corona-Maßnahmen verändert?

Venedig: “Pass away Leere ist atemberaubend”

” Die Stadt ist jetzt so, wie sie sein sollte – selbstverständlich nicht menschenleer, eher menschengerecht”, sagt der Bootstischler Paolo Brandollioso in Venedig. “Das Wasser ist ruhig, pass away Luft ist rein. Man hört die Möwen kreischen und nicht die lärmenden Rollkoffer auf dem Bürgersteig.”

Kaum eine Stadt ist mehr mit Tod, Ansteckung und Seuchen konnotiert als Venedig. Während der Pest-Pandemie im14 Jahrhundert beschloss die Stadt, ankommende Schiffe 40 Tage lang zu isolieren. Von dieser Zahl – italienisch quaranta – leitet sich der Begriff Quarantäne ab, pass away roten Pflastersteine zur Kennzeichnung zieren noch heute die Straßen.

Tirelli genießt die Stille, das deutlich hörbare Vogelgezwitscher und den Anblick des klaren Wassers der sonst eher schlammgrünen Kanäle: “Pass away Leere ist atemberaubend. Trotz Corona machen pass away Pariser pass away Erfahrung: Ihre Stadt sieht leerer schöner aus.

Dank einer Akkreditierung als Reporter kann er sich in Paris frei bewegen und nutzt die Gelegenheit, um Fotos von Sehenswürdigkeiten zu machen, vor denen nicht pass away üblichen Touristenströme auf Einlass warten.




Vier Metropolen, vier Geisterstädte: Venedig und Paris, New York und London


Markus Langen/ SPIEGEL TELEVISION.

Vier Metropolen, vier Geisterstädte: Venedig und Paris, New york city und London

New York City: “Der letzte Nagel in unserem Sarg”

Kaum eine Stadt der westlichen Welt wurde so hart von der Coronakrise erfasst wie New York. Pass Away Bronzestatue “Courageous Woman” an der Wall Street – sie trägt in diesen Wochen eine Schutzmaske. Sechs Wochen blieb der Taxifahrer Michael Klem zu Hause, seit drei Tagen erst ist er im nahezu menschenleeren Manhattan unterwegs, auf der Suche nach Kunden: “Was die Konkurrenz mit Uber und Lift nicht geschafft hat, das hat das Coronavirus erreicht. Es ist der letzte Nagel in unserem Sarg.”

Dass er sich selbst mit Covid-19 infizieren könnte, fürchtet Klem nicht. Vielmehr bedrückt ihn die Frage, wie seine Branche jemals wieder Fuß fassen will: “Ich weiß nicht, ob wir uns davon erholen werden. Das ist schon sehr, sehr schlimm. Ich habe den11 September erlebt, Hurrikan Sandy und 20 Jahre Krieg gegen den Fear. Aber das hier ist etwas anderes. Ich sehe kein Licht am Horizont, gar nichts.”

London: “Wie pass away Apokalypse”

Wer in diesen Tagen in London unterwegs ist, hat das Gefühl, einer Beerdigung beizuwohnen. So sehr Premierminister Boris Johnson anfänglich gezögert hatte, die Briten in den Lockdown zu schicken, so heftig war die Gegenreaktion, nachdem klar wurde, mit welcher Wucht sich das Virus auf den Inseln verbreitet.

” Es fühlt sich an wie ein Horrorfilm. Diese Leere ist wie pass away Apokalypse – ein bisschen wie Wahnsinn. Es ist niemand da”, sagt der Fahrradkurier Leonardo d’Ambroso, der die Hauptverkehrsadern der Metropole fast für sich allein hat.

Und ein Passant, den das Group von SPIEGEL TELEVISION abends in Soho trifft, wundert sich: “Manchmal fragst du dich, ist das wirklich wahr? Ist es nur ein Traum? Wo sind bloß alle hin? Aber wir alle wissen, dass sich pass away Menschen hinter diesen Mauern befinden. Das ist wie ökonomische Kriegsführung. Man braucht keine Bomben, Kugeln, Gewehre oder Flugzeuge. Man verbreitet einfach ein Infection, einen Keim oder ein Nervengift. Pass away Gebäude bleiben stehen, aber die Menschen verschwinden.”

Pass Away Venezianerin Sara Tirelli wünscht sich pass away Rückkehr zur Normalität – zugleich aber erfüllt sie pass away Vorstellung mit Wehmut, dass die historisch einmalige Scenario, ihre Stadt menschenleer zu erleben, bald vorüber sein wird. “Pass away Apokalypse bedeutet nicht das Ende der Welt. Sie ist eine Chance, sich eine andere, bessere Welt vorzustellen.”

” Die Corona-Geisterstädte – Metropolen im Lockdown” wird noch einmal am Montag,18 Mai, um 12.15 Uhr auf Arte ausgestrahlt und ist auch in der Mediathek verfügbar.

Icon: Der Spiegel

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