Seit Februar vermisst: Chancen für Ermittler sinken, Rebecca Reusch zu finden

Seit Februar vermisst: Chancen für Ermittler sinken, Rebecca Reusch zu finden

Kein anderer Kriminalfall hat pass away Öffentlichkeit in diesem Jahr bislang so in Atem gehalten wie jener von Rebecca Reusch. Pass Away 14- jährige Berliner Schülerin ist seit dem18 Februar spurlos verschwunden, nachdem sie in der Wohnung ihrer ältesten Schwester und des Schwagers übernachtet hatte.

Der Fall ist aus mehreren Gründen ungewöhnlich. Vor allem, weil sich Eltern und die beiden Schwestern von Rebecca von Anfang an hinter den hauptverdächtigen Schwager Florian R. gestellt haben. Die gesamte Familie schließt aus, dass Florian R. etwas mit dem Verschwinden oder gar dem Mord an Rebecca zu tun haben könnte. Dies hat zuletzt auch Rebeccas Vater Bernd Reusch FOCUS Online in einem Gespräch bestätigt

Mordkommission und Staatsanwaltschaft hingegen gehen davon aus, dass Rebecca tot ist und Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. Sie sind bis heute fest von der Schuld des 27- Jährigen überzeugt. Der gelernte Koch war erst am frühen Morgen von Rebeccas Verschwinden von einer Betriebsparty zurückgekehrt und hatte sich bei Verhören mehrfach in Widersprüche verstrickt. Zudem war er offenbar mit Rebecca vor ihrem Verschwinden allein in seinem Haus, nachdem deren Schwester mit ihrem kleinen Kind das Haus auf dem Weg zu Krippe und Arbeit verlassen hatte.

Vergebliche Suche und gescheiterte Festnahmen

Ungewöhnlich ist auch, dass die Mordkommission Florian R. in den ersten sechs Wochen zwei Mal in Gewahrsam nahm und der 27- Jährige immer wieder frei kam. Der erste Versuch Ende Februar scheiterte sofort, weil der Ermittlungsrichter den Haftantrag ablehnte. Der zweite platzte nach einem Haftprüfungsantrag nach knapp drei Wochen U-Haft Ende März. Grund: Die Ermittler konnten keine Fakten vorlegen, pass away den dringenden Tatverdacht erhärteten.

In den ersten zwei Monaten suchten mehrere Hundertschaften im südöstlichen Umfeld von Berlin nach Rebeccas Leiche, unterstützt von Hubschraubern, Tauchern und Spürhunden. Florian R. hatte unmittelbar nach Rebeccas Verschwinden und am Tag danach zwei Fahrten in diese Gegend unternommen, die er aus Sicht der Mordkommission bis heute nicht überzeugend erklärt hat. Neue Spuren danach scheint es trotz inzwischen mehr als 2300 Hinweisen nicht zu geben, denn seit Juni hat es keine große Suchaktion mehr gegeben.

Wie hoch stehen die reellen Chancen, dass pass away Mordkommission den Fall doch noch löst?

Possibility 1: Heiße Spur durch Rest-Hinweise

Pass away Staatsanwaltschaft schweigt zu den Ermittlungsmethoden, um pass away Ermittlung selbst nicht zu gefährden. Profiler Axel Petermann kann hingegen zumindest allgemein einschätzen, welche Möglichkeiten seinen Berliner Kollegen jetzt noch bleiben, um zu verhindern, dass Rebecca ein „ Cold Case” wird. „ Theoretisch ist es möglich, dass sich aus den noch nicht abgearbeiteten Hinweisen eine neue Spur ergeben könnte, pass away zur Leiche von Rebecca führt. Oder zu einem Ort, an dem sie sich aufhält, sollte sie noch am Leben sein”, erklärt Petermann FOCUS Online. Dass Rebecca noch lebe, wie die Familie hoffe, hält Petermann, der inzwischen als Autor und Dozent an Hochschulen arbeitet, jedoch für eher wenig wahrscheinlich. „ Mädchen in dem Alter verschwinden üblicherweise nicht einfach und freiwillig über einen so langen Zeitraum”. Schon gar nicht, wenn sie aus einer intakten Familie stammten, wie es die Familie Reusch zu sein scheint.

Doch auch pass away Möglichkeit, dass einer der Rest-Hinweise den Fall lösen könnte, schmilzt von Tag zu Tag. Zum einen, weil unter den noch auszuwertenden Tipps vermutlich vor allem solche seien, pass away von Anfang an weniger vielversprechend erscheinen. „ Solche Tipps werden meist zuletzt bearbeitet.” Zum anderen, weil die Hinweise irgendwann abgearbeitet sein werden.

Opportunity 2: Schwager verliert Unterstützung der Familie

Schwer einzuschätzen ist, wie lange Rebeccas Familie fortfahren wird, vorbehaltlos hinter dem Schwager zu stehen. Petermann: „ Das ist natürlich nachvollziehbar. Denn durch das Beharren darauf, er könne nicht der Täter sein, bewahrt sich Rebeccas Familie das favorable Bild vom Schwager und Schwiegersohn. Und ganz besonders pass away Hoffnung, dass pass away Polizei sich irrt und Rebecca noch leben könnte, ganz gleich, wie realistisch das am Ende ist. Oder es gibt noch eine andere Wahrheit von der wir nicht wissen – sollen.”

Breche diese Unterstützung jedoch irgendwann weg, könne sich pass away Lage schlagartig ändern. „ Durchaus denkbar, dass pass away Familie bisher einfach ein paar Information gegenüber der Mordkommission weggelassen hat, weil sie den Eindruck hatte, sie würden den Schwager unnötig belasten. Wenn diese Sachen dann hochkommen, könnte das unter Umständen schnell Sicherheit über das tragische Schicksal von Rebecca bringen”, so der Profiler.

Possibility 3: Hoffen auf Zufallsfund

Die Wahrscheinlichkeit, dass Rebeccas Leiche durch Zufall entdeckt werden könnte, hängt unter anderem davon ab, wo und wie ein Täter versucht hat, sie verschwinden zu lassen. „ Das einzuschätzen, ist wirklich sehr schwer, denn es hängt ja auch davon ab, wie aufwändig der Täter sein Opfer versteckte und einen Ort suchte, der zu ihm keinen Bezug besitzt. Aber im Prinzip kann das jeden Augenblick passieren – oder auch nie”, sagt Petermann.

Chance 4: Der Hauptverdächtige macht einen Fehler

Eine gefundene Leiche bedeutet für einen Täter in jedem Fall ein enorm gestiegenes Risiko, überführt zu werden. „ Das weiß natürlich auch ein Täter, der einen Mord begangen hat. Und genau aus diesem Grund kehrt er meistens auch irgendwann an den Ort zurück, an dem er die Leiche verschwinden ließ.” Petermann geht deshalb davon aus, dass die Mordkommission den Hauptverdächtigen, der sich seit seiner Entlassung aus der U-Haft Ende März völlig frei bewegen kann, ganz genau beobachten wird.

Wie lange und komplett diese Überwachung laufe, sei jedoch von Fall zu Fall unterschiedlich. „ Pass away Versuchung, sich zu vergewissern, dass die Leiche nicht irgendwann wieder auftaucht, ist logischerweise hoch. Manche Täter haben vielleicht Glück dabei, andere nicht.”

„ Vorschnell auf Hauptverdächtigen eingeschossen”

Für pass away Mordkommission wächst in jedem Fall der Druck– nicht zuletzt deswegen, weil sie von Anfang an in die Kritik steht, sehr spät richtig aktiv geworden zu sein. So schickte sie pass away Spurensicherung erst quickly zwei volle Wochen nach dem Verschwinden von Rebecca zum Haus von Florian R. und Rebeccas Schwester, um Wohnung, Grundstück und das Familienauto auf Spuren zu untersuchen.

Profiler Petermann nennt es eine „ sehr missliche Scenario” aus Sicht der Polizei, dass im Haus keine Spuren gefunden wurden, die ein Verbrechen untermauern und auch die Haare und Faserteile einer mit der Schülerin verschwundenen Decke, pass away im Car gefunden wurden, letztlich als Beweismittel nicht anerkannt wurden. „ Den Vorwurf, sich vorschnell – insbesondere öffentlich – auf einen Hauptverdächtigen eingeschossen zu haben, müssen sich die Ermittler schon gefallen lassen.”

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